Am 21. Mai 2026 stand das Rathaus Frankfurt (Oder) ganz im Zeichen der digitalen Bürgerbeteiligung. Unter dem Titel „Digitale Partizipation in Kommunen: Werkzeuge, die wirken“ brachte das 9. Netzwerktreffen Smart-Region Brandenburg kommunale Entscheider:innen, Digitalverantwortliche, Verwaltungsakteur:innen und Landesinitiativen zusammen. Eingeladen hatte die DigitalAgentur Brandenburg GmbH.

Prof. Dr. Christian Pieter Hoffmann von der Universität Leipzig stellte in seinem Impulsvortrag aktuelle Ergebnisse des Forschungsprojekts „Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation“ vor. Grundlage ist eine deutschlandweite Befragung, an der sich 2.390 Städte und Gemeinden beteiligten. Die Befunde zeigen: Digitale Bürgerbeteiligung ist vielerorts noch kein Standard. Erst rund ein Drittel der befragten Kommunen hat bereits entsprechende Angebote oder Verfahren umgesetzt. Zugleich bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Gemeindetypen. Während digitale Beteiligung in Großstädten nahezu flächendeckend angeboten wird und häufig institutionell verankert ist, stehen insbesondere kleinere Kommunen vielfach noch am Anfang.
Diskutiert wurde insbesondere, dass digitale Bürgerbeteiligung in ostdeutschen Klein- und Mittelstädten stärker verbreitet ist als in vergleichbaren westdeutschen Kommunen. Auch die eingesetzten Instrumente unterscheiden sich: Zentrale Onlineportale und Umfragetools werden gemeindeübergreifend besonders häufig genutzt. Kartenbasierte Visualisierungen und Diskussionsforen finden sich vor allem in Großstädten, während Landgemeinden vergleichsweise oft auf Beteiligungs-Apps und Messenger-Dienste zurückgreifen. Weitere Ergebnisse können im interaktiven Projektdashboard erkundet werden.
Für die Praxis lautet eine zentrale Schlussfolgerung: Erfolgreiche digitale Beteiligung beginnt nicht mit der Auswahl eines Tools. Zunächst müssen Anlass und Ziel der Beteiligung, die Erwartungen der Bürger:innen sowie Zuständigkeiten und verfügbare Ressourcen geklärt werden. Gerade für kleinere Kommunen kann es sinnvoll sein, mit einem überschaubaren, niedrigschwelligen Pilotprojekt zu starten und transparent zu kommunizieren, wie die Ergebnisse in kommunale Entscheidungen einfließen.
In der anschließenden Praxiswerkstatt und einem Rundgang mit konkreten kommunalen Anwendungsbeispielen wurden diese Fragen vertieft. Der offene Austausch zeigte einmal mehr, wie wichtig Vernetzung und Wissenstransfer sind: Kommunen müssen nicht jede Lösung selbst entwickeln, sondern können von den Erfahrungen anderer lernen. Eine kompakte Zusammenfassung der Ergebnisse stellt die DigitalAgentur Brandenburg in ihrer Veranstaltungsdokumentation bereit.
Wir danken der DigitalAgentur Brandenburg und der Stadt Frankfurt (Oder) für die Einladung sowie allen Teilnehmenden für die anregenden Diskussionen und vielfältigen Einblicke in die kommunale Praxis.
